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Hundeschuhe passend auswählen und den Sitz sicher prüfen

Ob auf gestreuten Wegen, felsigen Pfaden oder bei einer Pfotenverletzung: Hundeschuhe können in bestimmten Situationen schützen, sind aber nicht automatisch nötig. Entscheidend sind Anlass, Passform und die Reaktion Ihres Hundes.

Von Lena Hartmann · · 3 Min. Lesezeit

Golden Retriever mit Hundeschuhen an Leine auf Bergpfad vor See und Gipfeln

Vielleicht bleibt Ihr Hund im Winter auf gestreuten Wegen stehen, oder Sie möchten seine Pfoten auf einer Wanderung vor rauem Untergrund schützen. Bevor Sie Hundeschuhe kaufen, lohnt es sich zu prüfen, ob Schuhe tatsächlich die passende Lösung sind und ob Ihr Hund sie toleriert. Wählen Sie das Modell nach dem konkreten Einsatz, messen Sie jede Pfote sorgfältig und testen Sie den Sitz zunächst in einer vertrauten Umgebung.

Wann sind Hundeschuhe überhaupt sinnvoll?

Für einen gesunden Hund sind Schuhe kein Pflichtstück für jeden Winterspaziergang. Der Deutsche Tierschutzbund weist darauf hin, dass Hundepfoten empfindliche Tastorgane sind und viele Hunde Schuhe schlecht akzeptieren. Er empfiehlt, Hundeschuhe bei gesundheitlichen Problemen nur dann zu verwenden, wenn eine Tierärztin oder ein Tierarzt dazu rät. Bei Schnee, Salz oder Splitt kann es zunächst sinnvoller sein, gestreute Wege zu meiden und die Pfoten nach dem Spaziergang mit lauwarmem Wasser abzuspülen und abzutrocknen, wie der Deutsche Tierschutzbund erläutert.

Hundeschuhe können je nach Gelände und Wetter trotzdem als zusätzlicher Pfotenschutz infrage kommen. Die Vetmeduni Vienna nennt Hundeschuhe als mögliche Option, wenn Gelände oder Witterung es nahelegen, und rät außerdem dazu, Pfoten, Ballen und Zwischenzehenräume auf Verletzungen oder Fremdkörper zu kontrollieren. Überlegen Sie daher zuerst, was genau geschützt werden soll: eine empfindliche oder verletzte Pfote, ein Verband oder die Pfoten bei einer bestimmten Tour. Für die übrige Ausrüstung beim Wandern mit Hund zählen Gelände, Wetter und Tourdauer ebenfalls.

Welche Eigenschaften zählen bei der Auswahl?

Achten Sie zunächst auf die Passform, nicht auf die angegebene Rasse oder eine allgemeine Größenbezeichnung. Die Schuhöffnung muss sich ausreichend weit öffnen lassen, damit die Pfote ohne starkes Ziehen hineinkommt. Im Schuh sollte sie Halt haben, ohne eingeengt zu werden; Verschlüsse dürfen nicht scheuern oder in die Haut drücken. Prüfen Sie auch, ob der Schuh an der Wolfskralle oder an längeren Krallen reibt.

Material und Sohle richten sich nach dem Einsatz. Eine griffige, robuste Sohle kann auf rauem Untergrund nützlich sein; für Nässe sollte das Modell entsprechend beschrieben sein. Ein wasserabweisender Schuh ist nicht automatisch vollständig wasserdicht. Wenn Sie vor allem Schutz bei Regen und nassem Gelände suchen, vergleichen Sie die Angaben zum Material und zur Pflege auch bei wasserfesten Hundeschuhen.

Eine Studie der Vetmeduni Vienna untersuchte die Auswirkungen bestimmter Hundeschuhe auf Bewegungs- und Druckmesswerte bei fünf Labrador Retrievern. Das ist eine kleine Untersuchung mit einem bestimmten Modell und erlaubt keine pauschale Aussage über alle Schuhe oder Hunde. Sie unterstreicht aber, weshalb Sitz und Gangbild beim Anprobieren wichtig sind: Die Ergebnisse gelten nicht als Beleg dafür, dass jedes Modell für jeden Hund unverändert passt.

Wie messen Sie die Pfote für die richtige Größe?

Messen Sie die Pfote im Stehen, wenn der Hund sein Gewicht darauf verteilt. So kann sie sich unter Belastung ausbreiten. Stellen Sie die Pfote auf ein Blatt Papier und markieren Sie ihre breiteste Stelle sowie die Länge von der Ferse des Ballens bis zur längsten Kralle. Messen Sie Vorder- und Hinterpfoten getrennt; sie können unterschiedlich groß sein. Die Messmethode und der Hinweis, am stehenden Hund zu messen, finden sich auch in den Größenangaben der Tierorthopädie Pfaff.

Vergleichen Sie die Maße anschließend mit der Größentabelle genau des gewünschten Modells. Tabellen verschiedener Hersteller sind nicht automatisch vergleichbar. Liegt ein Maß zwischen zwei Größen oder entspricht die Pfotenform nicht der Tabellenform, fragen Sie beim Anbieter nach der Innenbreite und Innenlänge des Schuhs. Wählen Sie nicht einfach größer, wenn dadurch der Schuh beim Gehen verrutschen könnte.

Wie gewöhnen Sie Ihren Hund an die Schuhe?

Beginnen Sie ruhig und in kleinen Schritten, nicht erst direkt vor einer langen Wanderung. Lassen Sie Ihren Hund den Schuh zunächst beschnuppern. Ziehen Sie ihn danach kurz an und belohnen Sie ruhiges Verhalten. Wenn das Anziehen problemlos klappt, lassen Sie den Hund einige Schritte auf vertrautem, rutschfestem Boden gehen. Verlängern Sie die Zeit nur, wenn er sich dabei wohlfühlt.

Ziehen Sie nicht an allen Schuhen fest, nur damit sie nicht abfallen: Ein zu strammer Verschluss kann drücken, ein zu lockerer Sitz kann scheuern oder den Schuh verlieren lassen. Folgen Sie der Anleitung des Modells und achten Sie darauf, dass die Pfote vollständig im Schuh sitzt.

Woran erkennen Sie, dass der Schuh nicht passt?

Beobachten Sie Ihren Hund beim Stehen und Gehen. Humpeln, wiederholtes Ausschütteln der Pfote, anhaltendes Lecken, Verweigerung oder ein deutlich veränderter Gang sind Gründe, den Spaziergang zu unterbrechen und den Schuh abzunehmen. Kontrollieren Sie danach Pfote und Zwischenzehenräume auf Rötungen, Druckstellen, Feuchtigkeit oder Fremdkörper. Prüfen Sie auch, ob der Schuh verrutscht ist oder sich Sand und Steinchen darin gesammelt haben.

Nach einem kurzen Test draußen kontrollieren Sie die Pfoten erneut. Sitzt der Schuh stabil, ohne zu drücken oder zu scheuern, und bewegt sich Ihr Hund darin entspannt, können Sie die Tragedauer schrittweise steigern. Bleibt Ihr Hund deutlich unwohl oder besteht ein medizinischer Anlass, besprechen Sie die weitere Nutzung mit der Tierarztpraxis.

Häufige Fragen

Braucht jeder Hund im Winter Hundeschuhe?

Nein. Der Deutsche Tierschutzbund rät bei gesunden Hunden grundsätzlich davon ab, Winterschuhe oder Socken routinemäßig anzuziehen. Schuhe können eher infrage kommen, wenn ein gesundheitlicher Grund besteht und die Tierärztin oder der Tierarzt sie empfiehlt. Auf gestreuten Wegen sind auch Ausweichrouten und das anschließende Abspülen und Abtrocknen der Pfoten Möglichkeiten.

Kann mein Hund nur an einer Pfote einen Schuh tragen?

Das kann etwa bei einem lokalen Schutzbedarf eine Überlegung sein, sollte aber bei Verletzungen oder medizinischen Gründen mit der Tierarztpraxis abgestimmt werden. Beobachten Sie anschließend den Gang besonders aufmerksam: Ein Schuh kann die Bewegung verändern, und eine ungleiche Ausstattung kann sich anders anfühlen als Schuhe an mehreren Pfoten.

Was ist bei einer verletzten Pfote wichtiger als der Schuh?

Lassen Sie die Ursache und die geeignete Versorgung in einer Tierarztpraxis beurteilen. Ein Schuh ersetzt keine Untersuchung oder Behandlung. Fragen Sie, ob ein Schuh über Verband oder Wunde getragen werden soll, wie er sitzen muss und wann die Pfote kontrolliert werden soll. Bei Schmerzen, Schwellung oder einer Verschlechterung sollte der Schuh nicht einfach weiterverwendet werden.

In der Rubrik Wandern & Outdoor mit Hund