Mit der Katze spazieren gehen: So passen Geschirr, Training und Umgebung
Nicht jede Katze fühlt sich draußen an der Leine wohl. Mit passendem Geschirr, ruhigem Training und einem sicheren Ort lässt sich prüfen, ob begleitete Ausflüge zu Ihrem Tier passen.
Von Lena Hartmann · · 3 Min. Lesezeit
Eine Katze spazieren zu führen funktioniert anders als ein Spaziergang mit einem Hund: Sie gibt meist Tempo und Richtung vor und möchte vielleicht erst einmal beobachten. Entscheidend ist deshalb nicht, wie weit Sie kommen, sondern ob Ihre Katze entspannt bleibt. Prüfen Sie zuerst ihren Charakter und die Umgebung, gewöhnen Sie sie drinnen schrittweise an Geschirr und Leine und brechen Sie ab, wenn sie deutlich gestresst wirkt.
Passt ein Spaziergang an der Leine zu Ihrer Katze?
Leinenspaziergänge sind nicht für jede Katze geeignet. Manche Tiere erkunden neue Orte neugierig, andere reagieren auf fremde Geräusche, Hunde oder Menschen mit Angst. VIER PFOTEN weist zudem darauf hin, dass Leine und ungewohnte Umgebungen Stress auslösen können, weil die Katze nicht jederzeit selbst ausweichen oder sich verstecken kann. Beobachten Sie deshalb, ob Ihr Tier freiwillig erkundet oder angespannt wirkt, und erzwingen Sie keinen Ausflug. Wenn Ihre Katze sich draußen nicht wohlfühlt, können ein gesicherter Balkon oder ein Außengehege Alternativen sein.
Welches Geschirr und welche Leine sind sinnvoll?
Befestigen Sie die Leine nicht an einem Halsband. Ein gut sitzendes Katzengeschirr verteilt den Zug auf den Körper; es darf weder scheuern noch so locker sitzen, dass die Katze herausschlüpfen kann. Prüfen Sie Passform und Verschlüsse zunächst in der Wohnung, bevor Sie nach draußen gehen. Eine leichte Leine sollte sich sicher halten und kontrollieren lassen, ohne dass Sie daran rucken müssen. Weitere Hinweise zu Ausrüstung und Passform finden Sie im Überblick zur Katzenausrüstung.
Auch ein passendes Geschirr macht einen Spaziergang nicht ausbruchssicher. Erschrickt die Katze, kann sie sich plötzlich rückwärts aus der Ausrüstung winden. Halten Sie die Leine daher locker, bleiben Sie nahe bei Ihrem Tier und wählen Sie anfangs einen ruhigen, übersichtlichen Ort. Nach Einschätzung von Leben mit Heimtier sollte die Katze Geschirr und Leine bereits entspannt dulden, bevor der erste Ausflug beginnt.
Wie gewöhnen Sie Ihre Katze Schritt für Schritt daran?
Gehen Sie in kleinen Etappen vor und steigern Sie erst dann, wenn Ihre Katze gelassen bleibt:
- Legen Sie das Geschirr sichtbar in die Wohnung und lassen Sie Ihre Katze daran schnuppern.
- Legen Sie es für kurze Zeit an. Belohnen Sie ruhiges Verhalten und beenden Sie die Übung, bevor Ihre Katze deutlich unruhig wird.
- Wenn das Tragen entspannt klappt, befestigen Sie die Leine zunächst drinnen. Lassen Sie die Katze damit in vertrauter Umgebung erkunden, ohne sie zu ziehen.
- Probieren Sie einen ersten Ausflug an einem stillen, geschützten Ort. Lassen Sie Ihre Katze selbst entscheiden, ob sie losgeht oder erst beobachtet.
Auch die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN empfiehlt eine langsame Gewöhnung und ruhige, hundesichere Wege. Wenn Ihre Katze erstarrt, flüchtet oder sichtbar panisch wird, bringen Sie sie ruhig an einen sicheren Ort zurück und versuchen Sie es nicht gegen ihren Willen weiter.
Woran erkennen Sie, ob der Ausflug funktioniert?
Ein geeigneter Ausflug muss keine Strecke ergeben. Schnuppert die Katze, schaut sich um und bewegt sich in ihrem eigenen Tempo, können Sie ihr Zeit lassen. Ziehen, locken oder tragen Sie sie nicht weiter, nur damit der Spaziergang vorangeht. Achten Sie auf die Umgebung: Bei Verkehr, freilaufenden Hunden oder plötzlichem Lärm sollte der Abstand groß genug sein, um sich zurückzuziehen.
Prüfen Sie nach dem Ausflug, ob das Geschirr verrutscht ist oder Fell und Haut gereizt wirken. Überlegen Sie außerdem, ob Sie regelmäßige Ausgänge anbieten können: Laut VIER PFOTEN kann eine Katze Spaziergänge später wiederholt einfordern. Bleibt sie bei den nächsten Versuchen angespannt, passt ein Spaziergang möglicherweise nicht zu ihr. Dann ist es sinnvoll, auf eine andere Form des gesicherten Draußenseins oder auf Beschäftigung in der Wohnung zu setzen.
In der Rubrik Katzen unterwegs